Imhotep, Hohepriester in Hermopolis und Architekt, ca. 2700 v. Chr.

Statue aus der Griechisch-Römischen Zeit (Paris, Louvre)

Imhotep war der Architekt, Arzt und Berater von König Djoser (4. Dynastie). Man schreibt ihm die 'Erfindung' des Pyramidenbaus zu. Über ihn persönlich weiß man nahezu nichts, und Archäologen suchen noch immer nach seinem Grab, das in der Nähe der Stufenpyramide von Sakkara vermutet wird.

In späterer Zeit wurde die Verehrung Imhoteps als Meister-Architekt so groß, dass die Priester des Isistempels in Philae sogar behaupteten, das Bauwerk sei nach dem von Imhotep entworfenen Grundriss errichtet worden (was nicht stimmen kann). In Ptolemäischer Zeit wurde Imhotep vor allem wegen seiner Heilkunst verehrt und mit dem griechischen Gott der Medizin, Äskulap, verschmolzen. Schließlich wurde er selbst als Gott betrachtet, und als Sohn des Gottes Ptah. An mehreren Plätzen gibt es ihm geweihte Kapellen, unter anderem in Philae.

Setna Chaemwaset, Hohepriester des Ptah, um 1281 v. Chr.; † 1225 v. Chr

Chaemwaset, 19. Dyn., um 1260 v. Chr. (London, British Museum)

Chaemwaset war ein Sohn Pharao Ramses II. In seiner Jugend versah er den Priesterdienst im Apiskult in Memphis und veranlasste den Bau des Serapeums. Ab 1248 amtierte er als Hohepriester des Ptah. Er ging als "großer Magier in den Volksglauben ein. Aus der Spätzeit und Ptolemäerzeit sind zahlreiche Legenden und Moralerzählungen bekannt, unter anderem der Kampf gegen den Geist eines anderen mächtigen Magiers.

 

Herihor, Hohepriester des Amun in Theben, General und 'Gründer' des Gottesstaates, 11. Jh. v. Chr.

Priesterkönig Herihor opfert Weihrauch (Relief vom Chonstempel in Karnak, Bild: E. Kronlob)

Zeitgenössische Dokumente stellen Herihor in die sogenannte "Ära der Wiedergeburt", die er selbst einleitete, als er eine neue Zeitrechnung, unabhängig vom in Tanis regierenden Pharao, einführte.

Aus welcher Familie Herihor stammte, ist unklar. Sehr wahrscheinlich hatte er aber eine militärische Karriere hinter sich, bevor er das Amt des Hohenpriesters des Amun in Karnak erhielt. Seine Frau war vielleicht die Tochter des vorherigen Hohespriesters dort, Amenhotep, der im Kampf gegen die Truppen des Vizekönigs Panehsi unter bisher nicht geklärten Umständen ums Leben kam. Auf welche Weise Herihor in sein Amt gelangte, ist ebenfalls nicht bekannt. Möglicherweise aber geschah dies in enger Zusammenarbeit mit Smendes, dem Mann, der im Delta (Tanis) die Regierung übernahm.

Einmal an der Macht, erwies sich Herihor als politischer und militärischer Konkurrent Panehsis, trug maßgeblich zu seiner Ächtung in den zeitgenössischen Dokumenten bei und sorgte wohl auch für seinen militärischen Untergang. Er ordnete die Verhältnisse in Theben und Oberägypten. Eine Gegnerschaft zu dem im Delta regierenden Smendes kann nicht aus den Quellen heraus gelesen werden, obwohl er beträchtliche königliche Titel auf sich vereinigte und sich als Oberbefehlshaber Ober- und Unterägyptens bezeichnete, der "die beiden Länder für seinen Herrn Amun befriedet". Im Chonstempel in Karnak, für dessen Aus- und Weiterbau er Sorge trug, ist ihm der Titel "Sohn Amuns" beigelegt, und sein Sohn Pianch wird als "Königssohn" bezeichnet.

 

Sethon, Ptahpriester, 7. Jh. v. Chr.

 

 

Sethon war Ptahpriester unter Pharao Taharka. Laut einer von Herodot berichteten Legende führte er ein Heer aus Handwerkern und Händlern gegendie Feinde Ägyptens. Ihm zu Hilfe kamen außerdem Ratten, die des Nachts im Lager der Feinde deren Pfeile und Bogensehnen fraßen.

 

 

Petosiris, Priester und Würdenträger in Hermopolis, 4. Jh. v. Chr.

Porträt des Petosiris aus seinem Grabmal. Dieses ist im griechischen Stil, aber es gibt auch Reliefs/Fresken, die ihn im traditionellen Ägyptischen zeigen.

Er war "Großer Wab-Priester" mit der Erlaubnis, das Allerheiligste zu betreten und "Lesonis" des Thot-Tempels, also Verwalter. Als solcher fungierte er auch als Bindeglied zur neuen griechischen Landesmacht, wobei er offensichtlich gute Arbeit als 'Kulturvermittler' leistete. Soweit aus seinen Titeln zu erkennen ist, war Petosiris allerdings nicht Hohepriester des Thot-Tempels.

Sein Grabbau, in der Form eines ägyptischen Tempels gestaltet, befindet sich in Tuna-el-Gebel. Einige seiner Familienmitglieder ruhen dort ebenfalls. Da man Petosiris als Heiligen Mann verehrte, wurde sein Grab eine Pilgerstätte. Noch heute ist es berühmt für seine Inschriften, die von einer tiefen Frömmigkeit und persönlichen Gott-Beziehung sprechen. Die Dekoration des Grabes erfolgte in einer Mischung als traditionellem ägyptischen und griechischen Stil.

Manetho, Historiker, Priester in Heliopolis, 3. Jh. v. Chr.

 

Er verfasste eine Geschichte seiner Heimat, genannt die "Aegyptiaca". Sie wurde (und wird) als Quelle für Daten und Ereignisse während der Regierungszeiten der verschiedenen Pharaonen genutzt. Bedauerlicherweise schrieb Manetho auf Griechisch, der Sprache der zu seiner Lebenszeit regierenden Ptolemäerdynastie, und benutzte gräzisierte Namensvarianten für die ägyptischen Könige. Dies macht eine Identifizierung oft zur schwierigen Aufgabe.

Neben der "Aegyptiaca" schrieb er noch weitere Werke über Kultur und Religion, sowie eines tituliert "Gegen Herodot". Das astrologische "Buch von Sothis" wurde ebenfalls Manetho zugeschrieben. Wahrscheinlich benutzte er die Bibliothek seines Tempels, aber keines seiner Werke hat in seiner ursprünglichen Form überdauert. Wir besitzen lediglich Zitate und Teile von Manethos Schriften, erhalten in Werken anderer Autoren. Das älteste Zitat befindet sich bei Josephus Flavius' "Contra Apionem" aus dem 1. Jh. nach Chr. Während der auf vielen Wegen erfolgenden und in zahlreiche Polemiken eingebundenen Überlieferung wurde der ursprüngliche Text ohne Zweifel zahlreich verändert.

Über Manethos persönliches Leben wissen wir nichts. Er war ein hochrangiger Priester in Heliopolis und hatte vermutlich auch ein Amt im Serapiskult inne.