Neben den zahlreichen Inschriften, Malereien und Reliefs an Tempelwänden und den Gräbern sind uns Nachrichten über die altägyptischen Tempel und Priester vor auch in schriftlichen Quellen überliefert. Eine erst in jüngster Zeit entdeckte, aber noch nicht vollständig wissenschaftlich aufgearbeitete Quelle ist das sogenannte "Buch vom Tempel". In verschiedenen Museen (Aberdeen, Ann Arbour, Berlin, Florenz, Heidelberg, Kopenhagen, London, Manchester, New Haven, Oslo, Oxford, Paris, St. Louis und Wien) lagern Fragmente des Textes aus unterschiedlichen Handschriften, verfasst auf hieratisch, demotisch und griechisch. Das Textstudium legt jedoch nahe, dass der Inhalt wesentlich älteren Ursprungs, möglicherweise bereits aus dem Mittleren Reich, ist. Es handelt sich um eine Art Handbuch über den Bau und Betrieb eines Tempels, die Pflichten und Verhaltensregeln der Priester, das laut Forschermeinung über Jahrhunderte gültig war.

Spätere Chronisten:

Bei der Nutzung seiner Aufzeichnungen ist allerdings zu beachten, dass er im 5. Jh. v. Chr. schrieb, also bereits in der Spätzeit ägyptischer Kultur, und sein Wissen vermutlich zumeist nur aus zweiter bzw. dritter Hand erhielt, auch wenn er behauptet, direkt mit Priestern gesprochen zu haben. Er selbst sprach kein Ägyptisch, und tatsächliche Abläufe mischen sich sehr oft mit im Umlauf befindlichen Anekdoten, wie auch bei modernen Reiseschriftstellern.